Honig

Linde
Sommerlindenblüte (Tilia platyphyllos), aus ihrem Nektar machen unsere Bienen einen kräftigen nach Minze schmeckenden Honig.

Honig ist ein von Honigbienen zur eigenen Nahrungsversorgung aus dem Nektar von Blüten oder Honigtau erzeugtes unverfälschtes Nahrungsmittel. Die Zusammensetzung kann je nach Honigsorte sehr unterschiedlich sein. Zunächst entscheidet natürlich der Geschmack – gut ist, was einem schmeckt. Honig ist ein Naturprodukt und das beinhaltet Abwechslung. Wie bei einem Wein unterscheidet sich der Honig von Jahr zu Jahr, von Ernte zu Ernte. Je nach Trachtverlauf (der im wesentlichen vom Klima beeinflusst wird), Standort, Schleuderzeitpunkt und Völkerführung fällt der Honig anders aus. Honig wird seit der Steinzeit von Menschen genutzt und war lange Zeit das einzige Süßungsmittel. Infolge der Entwicklung von Verfahren zur Herstellung von billigem Haushaltszucker (reine Saccharose) aus Zuckerrüben und Zuckerrohr ist Honig in dieser Hinsicht weitgehend verdrängt worden.
Honig enthält viele verschiedene Inhaltsstoffe. Neben etwa 75-80% Zucker, besonders Frucht- und Traubenzucker, sind auch Enzyme, Mineralstoffe, Vitamine und ungefähr 18 % Wasser in ihm zu finden. Zu den etwa 180-240 weiteren Inhaltsstoffen kommt es, durch die Anreicherung des Nektars mit körpereigenen Substanzen der Biene.
Nicht ohne Grund nutzen Naturheilkundler ihn als natürliche Medizin. Bei Erkältungen und Hals- und Rachenproblemen wird schon seit langem Honig in Tee, oder warme Milch gegeben. Sogar auf die Zähne soll sich der Honig positiv auswirken. Mittlerweile ist nämlich erwiesen, dass Honig entzündungshemmend wirkt, die Wundheilung unterstützt und Bakterien und Säuren stoppt. Es wird vermutet, dass der Honig seine antibakterielle Wirkung den enthaltenen Enzymen zu verdanken hat. Die im Honig enthaltenen Enzyme sollen sogar verdauungsanregend sein.

Deutscher Honig oder Auslandshonig?
Honig vom nächsten Imker, Honig aus der Region, ist ein Lebensmittel der kurzen Transportwege! (CO2 Bilanz)
Der Kauf von einheimischem Honig schont deshalb unsere Umwelt.
Nur die einheimischen Bienen leisten Bestäubungsdienste für unsere Natur. Wenn Imker ihren Honig nicht absetzen können, bauen sie ihre Völkerbestände ab, und damit geht die Bestäubungstätigkeit für die Pflanzenwelt unserer Heimat verloren. Es ist deshalb sinnvoll, ja notwendig, über den Kauf von deutschem Honig die einheimische Imkerei zu unterstützen.

Daten und Fakten:
Die Honigbiene ist wirtschaftlich eine echte Größe. Um das nachzuvollziehen, reicht meist schon eine Zahl: Rund 85 % der landwirtschaftlichen Erträge in Deutschland hängen von der Bestäubung der Honigbienen ab.
Das Sammelgebiet eines Bienenvolkes erstreckt sich auf annähernd 50 Quadratkilometer. Es ist damit etwa so groß wie das Stadtgebiet einer Großstadt wie Köln.
Für ein Glas Honig müssen Arbeitsbienen rund 40.000 mal ausfliegen und dabei zwei bis sieben Millionen Blüten besuchen.
An guten Tagen können die Sammlerinnen ( im Sommer zwischen 60.000 bis 80.000 Bienen! ) eines Volkes mehrere Kilogramm Blütennektar einfliegen.
Für ein Pfund Honig fliegt eine Biene drei mal um die Erde.

Energiegehalt von Honig
100 g Honig enthalten im Durchschnitt 304 Kcal (1277 Joule), bei 100 g Zucker sind es 394 Kcal (1649 Joule). Honig enthält also etwa 20 % weniger Energie als Zucker.